Mittwoch, 11. Dezember 2013

Ein Bücher-armes Jahr.

Was natürlich nicht heißt, dass ich gar nicht gelesen hab. Eher so fressschubmässig wie eine Magersüchtige nachts zum Kühlschrank schleicht um sich voll zu stopfen und nicht aufhören kann. Und dann, wenn der Hunger gestillt ist, sich für ein paar weitere Wochen zurück zieht und sich mit anderen Dingen ablenkt.
Nur dass es sich bei mir halt um keine Krankheit handelt und mir die Zeiten, in den ich weniger gelesen habe schon fast Leid getan haben. Aber irgendwie befinde ich mich derzeit in einem Lese-Hohlraum. Früher habe ich nur Fantasy gelesen, aber nach so vielen Jahren hab ich einfach das Gefühl das Genre ausgelutscht zu haben und alles schon zu kennen. Was natürlich irrwitzig ist und ich habe sogar ein paar Bücher aus dem Gebiet, die ich mir noch zu legen will, aber ich bin wohl noch nicht dazu gekommen (offensichtlich). Dennoch sind dieses Jahr wieder die üblichen Verdächtigen vertreten und ich habe mich auch wieder ein wenig in anderen Genre erprobt, da aber noch keinen Autor gefunden, der mich überzeugt. Vielleicht such ich auch an der falschen Stelle. Vorschläge, anyone?

Kommen wir nun aber zu dem Gelesenen:

Das war nicht alles dieses Jahr, ich weiß dass da noch ein paar fehlen, habe nur die Namen vergessen und keinen Plan wo sie sind, aber dann kanns ja nicht so dolle gewesen sein, wa?
Sie sehen hier 11 Bücher und 10 Manga. Ersteres ist meist geliehen oder sponsored by Papa, da er Lesen als wichtig empfinden und fördert. Kann ich nur unterstreichen. Die Manga kaufe ich mir meist selber, was bei nur zehn Stück dieses Jahr aber kein Beinbruch ist. Früher (aka vor-meiner-Kosmetik-Sucht) habe ich den Großteil meines Taschengelds für Manga ausgegeben. Das Resultat ist eine Sammlung von ca. 250-300 Stück. Bitte lasst mich nicht ausrechnen wie viel Geld da steht. ._.'
Anyways, ich hab dann irgendwann angefangen die Geschichten im Internet weiter so lesen (R.I.P. OneManga *snief*) und bin nur noch selten in den Laden gegangen. Aber mir hat dieses Gefühl und dieser Geruch von frischer Beute gefehlt. Und da wars 07-Ghost mir doch noch mal wert auf Manga gekauft zu werden.

Kommen wir also zu 07-Ghost von Yuki Amemiya und Yukino Ichihara. Ich habe mir im letzten Jahr Band 6-15 angeschafft und weiß nicht genau, ob bereits mehr im Deutschen erschienen ist. Außerdem gibt es davon auch die erste Staffel als Anime, der nicht zu letzt auf Grund seines tollen Soundtracks zu empfehlen ist. Ein Manga kostet (derzeit) jeweils 7 €.Kurz zu Story: der ehemalige Kriegssklave Teito Klein (die Mangaka stehen hier EXTREM auf Deutsche Namen und benutzt diese ausgiebig) besucht als einer der talentiertesten Schüler eine Militärakademie im Reich Barsburg. Auf Grund seiner Vergangenheit findet er nur schwer Anschluss. Seinen einzigen Freund hat er in dem Jungen Mikage. Als Teito eines Tages ein Gespräch zwischen Stabschef Ayanami und anderen Militärs belauscht, erleidet er eine Art Flashback worauf Bruchstücke seiner Erinnerung vor der Sklavenzeit zurückkehren. Daraufhin desertiert er und begibt sich auf eine planlose Flucht. Diese endet in der Kathedrale im "Bezirk Gottes", dort findet er Zuflucht und erfährt von der Legende um Verloren, dem Totengott (ähnlich zu sehen wie der christliche Teufel).
Allgemein ist die hier dargestellte Religion eher an die westlichen angelehnt, als an den japanischen Shintoismus oder Buddhismus.

So das war schon wieder viel zu viel zu einem Thema. Kommen wir nun zu meinem ersten Bücher-Trio. Die drei Werke fand (bzw finde) ich teilweise empfehlenswert. Die Rede ist von Sebastian Fitzek - Der Nachtwandler, Dietmar Bittrich - Aber erst wird gegessen und Gustav Flaubert - Madame Bovary.
Beim ersten Werk handelt es sich um eine Art Thriller der (wer hätte es gedacht) von einem jungen Nachtwandler erzählt. Grundsätzlich ist das Buch ganz nett geschrieben, bis auf dass ich es ziemlich nicht spannend fand. Was ja eig der Sinn eines Thrillers ist. Und hier tritt das oben genannte Problem auf: Ich mag Thriller, ich grusle mich gerne. Aber ich hab für mich noch nicht DEN Autor für das Genre gefunden.
Anyways, es folgt Aber erst wird gegessen, was eigentlich eine Ansammlung von Kurzgeschichten verschiedener Autoren rund ums Thema Weihnachten und Besinnlichkeit ist. Die Unterschiedlichen Schreibstile und Interpretationen dieser sind durchaus interessant, auch wenn mein Gusto da natürlich schwangt.
Last but not least habe ich noch Madame Bovary im Gepäck, ein Buch von 18i-was. Der Autor Gustave Flaubert ist für das Buch sogar vor Gericht gekommen und der Prozess ist ebenfalls in dem Werk nachlesbar. Weswegen man den armen Herren vors Gericht gezehrt hat? Nunja, das Buch ging als erster "moderner Roman" in die Geschichte ein und schildert das Leben einer jungen Frau, die in ihrer Ehe unglücklich ist und darauf Affären mit verschiedenen Männern beginnt. Zu Flauberts Zeit unvorstellbar.
Die Übersetzung ist sehr schön, ist aber definitiv anspruchsvoller und eher was für die kulturgeschichtlich Interessierten.

Uuuuuund die nächsten drei (ich hab mir zwischen drin übrigens mal was zu Essen und zu Trinken besorgt. Ich schweife irgendwie doch mehr aus als gedacht... Shit happens.). Ihr seht:
Daniel Suarez - Dark Net (Stellvertretend für den ersten Band "Daemon"), Rachel Ward - Numbers, Haruki Murakami - 1Q84 Band 1+2. Ich machs kurz (versprochen!!).
Daemon handelt von einem genialen Spieleentwickler der nach seinem Tod durch jahrelang geplante Vorgänge anfängt das Internet zu kontrollieren. Dark Net ist der zweite Teil, mit dem ich noch nicht begonnen hab. Die Methoden Sobels (der beklopste Spieleentwickler) sowie die actionlastigeren Szenen sind durch aus spannend, aber der Rest halt irgendwie gar nicht. Und im Prinzip will ich wissen wies weiter geht, aber dieser zähe Schreibstil schreckt mich dann doch ab. >_>
Numbers ist so ein typisches Jugendbuch, wo der Autor probiert hat sich dem vermeintlichen Niveau anzupassen und dabei so häufig wie möglich Fuck, Shit und Arschloch verwendet. Achja und da ist en Tussi die das Todesdatum anderer Leute sieht. Death Note und so. Begeisterung hält sich in Grenzen, merkste? Merkste.
1Q84. Jaaa. Hm. Also das Thema.. Ja hm, also die Geschichte spielt in Japan (Autor ist ja auch Japaner...) und es geht um zwei Japaner, männlich und weiblich, die so etwas neben der offiziellen Gesellschaft leben, an sich aber keine Berührpunkte haben. Aomame ist Auftragsmörderin und Tengo arbeitet für einen Verleger und bessert Bücher aus, also schreibt sie um, sodass sie öffentlichkeitstauglich sind. Wie ihr merkt ist mir der Sinn dieses Buches nach knapp 150 Seiten immer noch nicht ganz geläufig und der etwas schleppende Schreibstil vereinfacht das nicht gerade noch. Grundsätzlich wäre das ein Buch, wo ich sagen würde, das solle man mal in Originalsprache lesen, aber dafür reicht mein Japanisch nicht aus...

So. Nun kommen wir zum erfreulichen Teil. Diese beiden haben mindestens 1000 Honigherzen verdient. Die Rede ist von Walter Moers (<3<3) und Anja Dolling mit Zamonien und Kerstin Gier mit Silber.
Bei Zamonien handelt es sich um ein Nachschlagewerk über Walter Moers' erfundene Welt Zamonien mit vielen tollen Zeichnungen und unnötigen Randinfos. n_____n Bei Walter Moers handelt es sich um einen der bekanntesten deutschen Jugendbuch-Autoren, auf dessen Mist z.B. auch Käptn Blaubär und Die Stadt der träumenden Bücher entstanden ist. Wer noch nichts von ihm gelesen hat: Jetzt aber schnell! Los husch husch!
Auch Kerstin Gier dürfte euch wegen ihrer Edelsteintrilogie (Smaragdgrün und so) ein Begriff sein. Ihr neuer Auftakt Silber -  Das erste Buch der Träume ist in ihrem gewohnten, leichten aber lustigen Stil geschrieben, der das Hirn nicht zu sehr anstrengend aber gut unterhält. Wie üblich erfindet sie das Rad hier nicht neu, aber bringt mal wieder einen bekannten Bereich des Fantasys (Kommunizieren durch Träume und erschaffen eigener Welten in ihnen) hervor und kombiniert diesen mit neuen Ideen. Und auch wenn die neue Protagonistin Liv etwas an die Vorgängerin Gwendolyn  erinnert, so ist das Setting drumherum doch ein anderes, neues und frisches.

Ganz im Gegensatz zu unserem letzten Part, einer Trilogie.
Die Rede ist von Cassandra Clare, die euch bestimmt von City of Bones (kürzlich im Kino erschienen) bekannt ist. Wie auch bei den Chroniken der Unterwelt, hab ich den ersten Band der Chroniken der Schattenjäger zunächst auf deutsch gelesen, den Rest auf englisch. Sie heißen Clockwork Angel, Clockwork Prince und Clockwork Princess. Ähnlich wie Frau Gier hat Cassandra Clare einen simplen, angenehmen Schreibstil, der ab dem zweiten Band der CdS und ab dem vierten Band der CdU immer eintöniger und monotoner wird. Bei der Fülle der Bücher, die die Dame in den letzten Jahren raus gebracht hat: Kein Wunder. Aber ich finde nicht, dass Quantität über Qualität gehen sollte. Und das tut es hier eindeutig.
kürzlich verfilmt
Ein weitere großer Minuspunkt ist die verblüffende Ähnlichkeit zwischen den zwei Protagonisten Jace und Clary und Will und Tessa. Oder waren es Jace und Tessa und Will und Clary? Sie, dass unchuldige Püppchen, dass keine Ahnung von ihren Fähigkeiten hat und schlussendlich die Welt rettet (uuuupps Spoiler, aber ehrlich, wer das eine Ende kennt, kennt das andere) und er, der Unnahbare, der sich dann doch irgendwie gaaaanz überraschen in sie verliebt. Jace/Will weisen das natürlich zurück, aber schlussendlich kriegen sich natürlich doch alle und alle sind happy 2gether und so weiter und so fort. 
Auch wenn das ganze trz definitv amüsanter und BESSER als Twilight ist, wundert es mich nicht, dass das in einer ähnlichen Schublade landet.

Anyways, bevor ich noch richtig schlechte Laune kriege verabschiede ich mich lieber von euch, hoffe ihr habt diesen Mammut-Post überlebt und wir sehen uns dann Sonntag wieder (glaub ich).

Anna
  

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