Freitag, 24. Februar 2017

Know Your Place

Fast ein halbes Jahr lebe ich nun schon in Kobe. Kaum vorstellbar wie schnell die Zeit vergeht möchte ich fast sagen, andererseits habe ich in diesen sechs Monaten so viel erlebt, dass ich mich fast frage wie ich das alles unter bekommen habe. Außerdem heißt es, dass ich nur noch sieben Monate vor mir habe und darüber möchte ich eigentlich gar nicht nachdenken.
Stattdessen nutze ich die Gunst der Stunde ich zeige euch ein paar weitere schöne Ortschaften von Kobe, die ich bis dato nicht erkundet oder fotographisch festgehalten hatte. Orte dieser Art gibt es natürlich nicht nur in Kobe, ich denke, dass ich nicht einmal in Düsseldorf alle Ecken kenne. Und da wohnte ich für 22 Jahre.
Die beiden Orte, die ich euch heute zeigen möchte nennen sich Kitano und Kobe Chinatown in Motomachi. An Motomachi erinnert sich der ein oder andere vielleicht noch, da ich ein paar Fotos zwischen Portland und Sannomiya aufgenommen hatte. Wenn man aus der schlauchartigen Shoppingstreet rausgeht, findet man allerdings noch ganz andere Seiten Kobes: Wie gesagt Chinatown, aber auch eine Vielzahl an kleinen Restaurants und Kneipen, darunter natürlich japanische Küche in allen Variationen, aber auch spanische Tapas, deutsche Currywurst, französische Bistros und so weiter und so fort. Dabei verliert Motomachi aber nicht seine japanischen, gedrungenen Charme. Aber schön, dass ich euch davon erzähle ohne wirklich fotografiert zu haben. Mein Augenmerk lag hier wie gesagt auf Chinatown, welches sich im Großen und Ganzen über zwei Straßenzüge erstreckt und von Essensständen nur so wimmelt. In aller Ehrlichkeit: Wer auf Diät ist, sollte diesen Ort lieber meiden. Es riecht einfach allzu verführerisch und von Dumplings zu Shavedice findet ihr alles, was das Schlämmerherz begehrt. Chinesisch anmutende Musik, Lampions und Drachendeko tuen ihr übriges. Ja, es ist ein bisschen eine Touristenfalle, aber ich habe hier bis dato nichts gegessen, was nicht auf geschmeckt hat.
Chinatown ist zu Fuß vom Habourland, als auch von Sannomiya erreichbar und einen kleinen Abstecher alle Male wert. ;)
Im Kontrast zum Gewimmel von Chinatown steht Kitano. Nicht, weil es dort nicht auch gut besucht wäre, sondern weil es sich hier eher um einen Ort zum Innehalten und Aussicht genießen handelt. Kitano befindet sich, wie der Name schon vermuten lässt (Kita bedeutet Norden) im Norden von Sannomiya, unweit von Mt. Rokko und Shinkobe. Hier finden sich vor allem zwei- bis dreistöckige Häuser in verschiedensten Stylen erbaut. In und um Kitano ließen sich damals europäische Siedler nieder und so ist eines der beliebtesten Ziele ein traditionell errichtetes deutsches Siedlerhaus. Die hellen, gewundenen Gassen laden zum Schlendern ein und sind vor allem bei zukünftigen Hochzeitspaaren sehr beliebt. Auf einem kleinen Platz vor dem deutschen Haus gibt es fast täglich artistische Aufführungen und nur ein paar Meter entfernt befindet sich eine steinerne Treppe rauf zum örtlichen Shinto-Schrein. Von hieraus erhält man einen tollen Blick über ganz Sannomiya bis hin zum Meer. Für mich sind das die Bilder, die ich an Japan liebe: Dieser Kontrast zwischen traditionellen Gebäuden, moderner Hektik und unnachgiebiger Natur. Der kurze Aufstieg nach Kitano wird dem Blick definitiv gerecht, sofern das Wetter stimmt.

Damit sind wir textlich erneut am Ende, was bedeutet wir können in die Bilder übergehen. Ich hoffe ich konnte euch mal wieder einen kleinen Eindruck über das, was ich so sehe und erlebe vermitteln und ihr bekommt vielleicht Lust einmal selber den weiten Weg nach Kobe/Japan auf euch zu nehmen.
Ich bin ab Montag für sechs Tage in Seoul und kann es kaum abwarten. Sightseeing- und Shopping-Map sind vorbereitet und bis auf die Tatsache, dass mein Handy die Existenz koreanischer Adressen leugnet, dürfte der Reise nichts mehr im Wege stehen. Eine Freundin kommt eine Nacht später auch nachgeflogen. Wie üblich gilt: Mein Laptop kommt zwar mit, aber ob ich während der Zeit zum Bloggen komme sei mal dahin gestellt. Eventuell schaffe ich es ja wirklich mal etwas vorzuarbeiten (es sollen ja noch Wunder geschehen).
In diesem Sinne wünsche ich euch ein erholsames Wochenende und schicke euch ein herzliches
Bis demnächst!
Ich gebe zu, ich habe das Foto nur mit reingenommen weil ich den Blick von dem Typen so klasse fand. ;D 

Kommentare:

  1. Was, es sind schön 6 Monate....die Zeit vergeht wirklich wie im Flug. Danke für das teilen deiner wunderschönen Fotos. Du machst sowas von Lust auf Kobe....

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    1. Ich finde das persönlich ganz schrecklich. :D

      Ich freu mich sehr, dass ich dir einen Eindruck verschaffen kann! c:

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  2. Immer wieder interessant und spannend =)
    6 Monate schon?! Wie die Zeit vergeht!

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  3. Mal wieder tolle Eindrücke und Bilder... wow! Bist du jetzt noch ein halbes Jahr da? <3

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  4. Unheimlich interessanter Post und tolle Bilder. Ich wünsche dir noch eine ganz tolle Zeit.

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  5. Hach, ich liebe deine Japanfotos! Japan wirkt wie eine komplett andere Welt, was es vermutlich gerade so anziehend macht. Der Blick von dem Typen beim Essen ist aber wirklich zu gut.

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    1. Haha ja oder? Super Foto, hoffentlich findet er das nie. :D
      Danke dir! <3

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