Dienstag, 7. März 2017

The big adventures of not getting lost...

Achtung, dieser Post ist knappe 80 Bilder lang. Ob ich das nicht auch hätte zwei teilen können? Vielleicht. Hält mich das auf? Ich denke nicht.
Für alle, die jetzt noch nicht das Weite gesucht haben: Willkommen zurück in meinem täglichen Chaos! Ich bin ebenfalls zurück in Japan und freue mich zwar durchaus wieder in meinen eigenen vier Wänden zu hocken, blicke aber dennoch etwas wehmütig auf die vergangene Woche zurück. Denn um es gleich zu sagen: Südkorea hat mir unglaublich viel Spaß gemacht! So viel Spaß, dass ich beschlossen habe im kommenden Semester einen Kurs im Koreanischen zu belegen, sofern es in meinen Stundenplan passt. Außerdem hoffe ich noch einmal im Sommer, bevor ich mein Praktikum in Tokyo beginne, noch einmal für eine kurze Zeit nach Korea zu reisen.
Mein erster Eindruck vielleicht einmal kurz zusammengefasst: Südkorea ist wie der (ver-)westlichere Bruder Japans. Soll heißen: Es gibt definitiv viele Parallelen was Abläufe im öffentlichen Leben (Nahverkehr, Restaurants, Geschäfte, Conbinis, behördliche Abläufe), die sowohl in Japan als auch in Südkorea unglaublich convenient sind und bei denen es mir beim Gedanken an eine Rückkehr nach Deutschland graust. Andererseits - und das mag vielleicht an den engen Beziehungen zur USA liegen - sprechen definitiv deutlich mehr Koreaner Englisch als Japaner. Und die Straßenschilder weisen weniger Grammatikfehler auf. Ferner konnte ich weit aus mehr westliche Produkte im Bereich Lebensmittel (Kinder, Ferrero, Nestle usw) finden, die in Japan nur kaum oder für Unsummen erhältlich sind. Versteht mich nicht falsch, man hat definitiv das Gefühl sich in einem asiatischen Land zu befinden (allein schon wegen dem Essen... So so so so gut. <3), aber ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass Koreaner a) weitaus weniger höflich sind als Japaner aber andererseits b) sehr viel offener auf einen zugehen. Ich habe mich z.B. eine halbe Stunde mit einer Dame im Zug unterhalten, weil sie hörte wie ich mit meiner Freundin über Deutschland redete und sie selbst einige Jahre in meiner Heimatstadt wohnte. Sie sprach mich darauf direkt an und informierte sich über die aktuelle politische Lage in Deutschland. Und derartige Begegnungen passierten in dieser einen Woche nicht nur einmal.
Ob man das nun gut oder schlecht findet ist denke ich jedem selbst überlassen. Laut telefonierende Menschen in der U-Bahn habe ich jetzt nicht gerade vermisst, aber essen beim Laufen in den Straßen ist schon ganz angenehm.
Ob ich Südkorea nun besser finde als Japan weiß ich nicht, gerade auf Grund der Arbeitsmarktsituation (noch höhere Arbeitszeiten als Japan), aber ich würde trotzdem gerne zumindest ein wenig die Sprache lernen um mich überhaupt etwas verständigen zu können (schon etwas nervig aus einem Land zu kommen wo man fast alles versteht und dann wieder mit Händen und Füßen reden muss) und um mir für die Zukunft mehrere Türen offen zu halten. Nach Ostasien möchte ich später auf jeden Fall einmal, wir werden sehen wohin es dann genau geht. :)

Und schon haben wir wieder einen halben Aufsatz fertig, ohne dass ich die kommenden Bilder auch nur erwähnt hätte. Ihr kennt das ja: Labbertaschen voraus.
Ich bin nicht dazu gekommen alle Orte zu fotografieren, zu denen ich gegangen bin, da mir nach 5 Tagen Kamera auf dem Rücken tragen dieser einfach echt weh getan hat. Also vielleicht einmal zur Erwähnung:
Unsere Unterkunft war in Hongdae, was mich ein bisschen an Tokyo's Harajuku erinnerte - nur mit mehr Platz. Hier lassen sich eine Vielzahl von Restaurants, Shops, Bars, Clubs und jungen Leuten finden, die am Abend Tanz- und Gesangseinlagen in den Straßen zum Besten geben. Von allen Vierteln die wir besucht hat, ist Hongdae gewiss das "jüngste".
Ebenfalls nicht abgelichtet ist Myeongdong, DIE Shopping-Street in Seoul. Hier reihen sich Beauty- und Kleidungs-Shops aneinander, in der Mitte ist die Straße gefühlt mich Streetfood-Ständen. Wir haben uns Myeongdong für das Ende unserer Reise aufgehoben und dort habe ich definitiv auch am meisten Geld gelassen. Allerdings sind fast alle der Stores auch in Hongdae vorhanden, allerdings war die Auswahl an Sales und Goodies dort definitiv kleiner.
Von Dongdaemun bzw. Cheonggyechon habe ich leider nur ein Foto, da es dann anfing zu regnen. In Dongdaemun findet sich eine Art Markt vollgestopft mit allem, was man nicht braucht. Von diversen Decken über Spielzeugwaffen und merkwürdiger Hüte. Cheonggycheon Stream ist eine Art Park entlang eines Flusses, welcher im Sommer/Frühling wohl sehr schön sein soll. Im Regen macht das Ganze allerdings nicht allzu viel Spaß, weswegen wir uns schnell in eines der umliegenden Cafes retteten. Der Kuchen in Südkorea war übrigens durchweg spitze. ;)

Orte, die ich tatsächlich fotografiert habe waren unteranderem das Korea War Memorial, ein Museum, welches die gesamte, dokumentiere Kriegs-Geschichte von Korea bzw. Südkorea dokumentiert. Die gesamte Anlage ist wirklich mehr als beeindruckend und ich hatte während der Besichtigung mehrmals einen Kloss im Hals. Südkorea hat wirklich einiges an Kriegen erlebt aber anders als in Deutschland hatte man hier eher das Gefühl dieses Andenken mit Stolz und als Quelle der Inspiration zu betrachten. Wobei der Schrecken des Krieges dabei natürlich nie unerwähnt blieb. Viel möchte ich dazu gar nicht sagen, außer dass ich einen Besuch dringend empfehle, er regt definitiv zum Nachdenken an.
Nicht weit entfernt liegt Itaewon, ein Stadtteil der vor allem für Bars und Restaurants bekannt ist. Außerdem sind nicht unweit wohl einige Militärstützpunkte, denn es hielten sich wirklich erstaunlich viele Soldaten in der Umgebung auf. Tagsüber etwas ruhiger, kann ich mir definitiv vorstellen, dass hier am Abend der Bär steppt.
Bereits vom War Memorial sichtbar ist der Namsan Tower, gelegen auf dem gleichnamigen Berg Namsan. Für 10.000Won (ca. 10€) könnt ihr auf die Aufsichtsplattform und bekommt einen tollen Blick über Seoul. Die Toiletten sind übrigens auch mit Panoramablick, was ich etwas nervös machte...

Am nächsten Tag ging es wie bereits erwähnt nach Dongdaemun, zuvor machten wir aber einen Abstecher nach Gangnam, welches wohl vor allem durch Psy bekannt sein dürfte. Außerdem handelt es sich hier um einer der schickeren Wohn- und Shoppinggegenden. Der Straßenzug, sowie deren Nebenstraßen sind zwar durchaus interessant zu betrachten, würde ich aber nicht unbedingt als Muss für eine Seoul-Reise benennen.
Viel interessanter sind dafür die Paläste Gyeongbokgung und Changdeokgung, von denen ich nur beim ersteren Fotos mit der Kamera gemacht habe. Beide sind fussläufig von einander erreichbar und in der Mitte befindet sich auch das Bukchon Hanok Village, ein im koreanisch-traditionell erbautem Viertel. Für alle drei Locations solltet ihr gutes Schuhwerk bereithaben: Denn viele Hügel und Stufen wollen erklommen werden. Seoul allgemein ist nicht gerade eben und wird den Fußfaulen einiges abverlangen, sofern ihr nicht für jeden Pups-Meter die Metro nutzen wollt. Die ist zugegeben sehr sehr billig, aber dennoch: Kleinvieh macht auch Mist. Anyways, alle drei Ortschaften sind wundervoll anzusehen und weisen eine ähnliche, aber doch ganz andere Architektur auf, als die, die ich von Palästen in Japan kenne. Gerade Gyeongbokgung ist reichlich verwinkelt und in viele unterschiedliche Bereiche geteilt, die nur so zum Verlaufen einladen. Es gibt auch noch zwei weitere Paläste, sowie einen Tempel welche in der Nähe angelegt sind. Wer mag kann ein Kombiticket für alle fünf Plätze für 10.000Won kaufen (dann 3 Monate gültig), ein Tagesticket pro Palast kostete 3.000Won (ca. 3€). Egal wofür ihr euch entscheidet: Lasst euch die Chance nicht entgehen durch diese malerischen Andenken der Vergangenheit zu streifen, es lohnt sich!

Und damit beende ich diesen Essay der Langatmigkeit. Ich hoffe ihr hattet wieder etwas Spaß beim Lesen und wenn ihr sowieso nicht bis hierhin gekommen seit immerhin Spaß beim Bilder gucken. ;) In diesem Sinne wünsche ich euch einen gelungenen Start in die Woche,
Bis demnächst!

Achso natürlich, bevor ich es vergesse: Haul kommt natürlich auch, eventuell aber geteilt weil es dann doch etwas... Viel wurde.

Korea War Memorial, Itaewon & Namsan Tower
 
 
 

 Gangnam, Cheonggyechon, Gyeongbokgung Palace, Bukchon Hanok Village

Kommentare:

  1. Wow...so viele und vor allem schöne Fotos. Südkorea möchte ich mir auch einmal anschauen....

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    1. Freut mich, dass dir die Fotos gefallen! c: Dringend zu empfehlen, vielleicht ja in Kombi mit einer Japanreise? :)

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  2. Wahnsinn *.*
    Puh, ich habe schon wieder alles vergessen, was mir beim Lesen und Anschauen einfiel - wie wunderbar alles aussieht und auch klingt. Schön, dass du so eine gut Zeit hast/hattest.
    Ich finde es immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich die Kulturen so sind und wie wenig wir hier eigentlich von "dieser Welt" mitbekommen.

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    1. Ich danke dir so sehr für deine lieben Worte! c:
      Ja verrückt oder? Macht mich nur um so neugieriger, was man so alles verpasst. c:

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  3. Was for tolle Fotos... <3 wünsch dir weiterhin noch viel Spaß <3

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  4. Tolle Bilder! Schon wild, dieser Kontrast traditionell und modern - wie krass der teilweise ist :)

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